Regardio-Methode

Manifest für gemeinschaftliche Möglichkeiten

Praktische Ideen,
die Räume öffnen

Die Regardio-Methode ist ein Denkgerüst, das Menschen bei der Erreichung gemeinsamer Ziele unterstützen soll.

Es ist aus dem Bedürfnis entstanden, gemeinschaftliches Handeln bei Unternehmungen im professionellen (aber auch im privaten) Umfeld zu befördern.

Regardio richtet sich an Gruppen von Menschen, die gemeinsam ein Ziel erreichen wollen. Das können zwei Personen bei einer gemeinsamen Aufgabe oder alle Teammitglieder eines Unternehmens sein.

Als Denkgerüst oder Gerüstsystem soll die Regardio-Methode deshalb verstanden werden, weil sie Hilfsmittel beschreibt, die miteinander kombinierbar, erweiterbar und sich ergänzend funktionieren, die aber weder exklusiv noch vollständig sein sollen.

Die Regardio-Methode erscheint 2021 als Buch und offene Sammlung von Arbeitsmitteln für das konkrete, praktische Handeln.

Vorabauszug

Utopien
für die Realität

Hinter Regardio steht die Wahrnehmung, dass häufig Entscheidungsprozesse von der Betrachtung der Realität gefärbt werden, nämlich von der Annahme, dass in der bewussten Gestaltung zukünftiger Ereignisse durch eine Entscheidung bestimmte andere Faktoren den Gesetzmäßigkeiten der Vergangenheit folgen müssen.

Das ist in zweierlei Hinsicht richtig und bedeutsam: Jede Entscheidung erfordert, um sie treffen zu können, die Einsicht in bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die als konstant gelten sollen, um die anzunehmenden Auswirkungen der Entscheidung beurteilen zu können. Zum zweiten erfordert jede Entscheidung, dass die Annahme, diese Gesetzmäßigkeiten blieben unter Einfluss der Entscheidung auch weiterhin konstant, wahrscheinlich richtig ist.

In einer Flut von Wahrscheinlichkeiten und Annahmen liegt es in der menschlichen Natur, bei einer Entscheidung über zukünftige Unwägbarkeiten alle Aspekte, die als Gegebenheiten, Gesetzmäßigkeiten und Konstanten gelten können, dankbar anzunehmen und damit den Entscheidungshorizont möglichst überschaubar zu machen.

Als Gleichnis für den Entscheidungshorizont lässt sich das Gesichtsfeld verwenden. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, der von einem Lebewesen mit visuellen Sinnesorganen wahrgenommen werden kann, ohne den Körper oder die Sinnesorgane zu bewegen. Er beträgt beim Menschen maximal 180 Grad, also die Hälfte einer allumfassenden Fläche. Zum Vergleich: Frösche haben ein Gesichtsfeld von bis zu 330 Grad.

Übertragen wir das Bild vom Gesichtsfeld auf den Entscheidungshorizont, nämlich den erkennbaren Wirkungsbereich der Entscheidung, dann wird deutlich, dass die Betrachtung aller möglichen Auswirkungen einer Entscheidung wie auch aller darauf einwirkenden Faktoren nur in begrenztem Maße erkannt werden kann — um beim Gleichnis zu bleiben: mit einer Gewissheit von maximal 50%.

Nehmen wir an, dass alle Beteiligten einer Entscheidung mit einer Wahrnehmungsbreite von maximal 50% aus Vergangenem Schlüsse über in der Zukunft geltende Gesetzmäßigkeiten ziehen, um Annahmen über die Wahrscheinlichkeit der Wechselwirkungen einer Entscheidung zu fällen, die vollständig in der Zukunft liegen und damit gänzlich unkalkulierbar sind, wird deutlich, dass die Wahrscheinlichkeiten der Richtigkeit aller einer Entscheidung zugrundeliegenden Annahmen verschwinden gering werden.

Die Regardio-Methode zieht daraus folgenden Schluss: Es ist legitim, bei der Entscheidungsfindung einzelnen wahrgenommenen Gesetzmäßigkeiten, die als unüberbrückbares Hindernis für die Entscheidung erscheinen, gedanklich nur eine Wahrscheinlichkeit von maximal 50% beizumessen.

Und es ist nicht nur legitim, sondern im Sinne der Regardio-Methode sogar wünschenswert, die Annahmen über Gesetzmäßigkeiten bei Entscheidungen eher zu vernachlässigen.

Ist eine objektive Betrachtung einzelner Gesetzmäßigkeiten möglich, lassen sie sich also durch Fakten und Beweise oder durch Übereinkünfte allgemeingültig definieren, werden sie zu Konstanten. Alle weiteren Aspekte, die nicht konstant sind, lassen sich als maximal 50% wahrscheinlich einstufen.

Sobald die geringe Wahrscheinlichkeit aller möglicherweise eintreffenden Ergebnisse klar wird, eröffnen sich gedankliche Möglichkeiten, die nicht von der angenommenen Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens beeinflusst sind.

Vor allem nämlich kann die gedankliche Schere, ob etwas realistisch ist oder nicht, bei der Betrachtung möglicher Ergebnisse weggelassen werden. Killersätze wie „Dafür gibt’s wahrscheinlich keine Lösung“, „Das wird nie klappen!“, „Das kriegen wir niemals hin!“, stoppen den gedanklichen Fluss, der überhaupt erst erkennen lässt, ob die Vorstellung überhaupt wünschenswert ist. Und viel mehr noch: sie begrenzen den Vorstellungsraum anhand willkürlicher Faktoren.

Die Regardio-Methode will daher Mut machen, utopische Vorstellungen zu entwickeln und Entscheidungen am optimalerweise zu Erreichenden auszurichten.

Impuls

Beratung für
sinnorientierte
Prozesse

Signal

Manufaktur für
wohlwollende
Botschaften

Effekt

Plattform für
digitale
Ereignisse

Methode

Manifest für
gemeinschaftliche
Möglichkeiten